"Mami, dürfen wir einen Hund haben? Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitteeeeeeeeeeeeeeee!"

Wie viele andere Kinder begann auch ich mit tatkräftiger Unterstützung meiner Schwester meine Mutter über Jahre mit dieser Frage zu nerven. Auf jedem Wunschzettel tauchte der Hund auf, bis endlich die Pubertät dem Ganzen gnädigerweise ein Ende bereitete.
Erst mit 26 Jahren sollte mir dieser Wunsch erfüllt werden, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ich hatte einen neuen Job. Bei der TUI. Im Außendienst. In Griechenland. Ich war gerade zwei Wochen vor Ort, als mir eines Morgens ein Welpe nachlief. Um eine lange Geschichte abzukürzen: er blieb, denn er hatte kein Heim.
Wie so viele andere herrenlose Hunde, die täglich aufs Neue ums Überleben kämpfen müssen. Mit diesem Hund zog auch der Tierschutz in mein Leben ein, dem ich mich seitdem so gut wie möglich widme.

Unzählige Ortswechsel und Pflegehunde weiter bin ich nun in Berlin gelandet und habe Gioia aus Sardinien dazu geholt.
Mit ihr gemeinsam lerne ich diese Stadt, mich und unendlich viel über Hunde kennen. Und es macht einen Riesenspaß. Meistens. Traurig, wütend und enttäuscht bin ich immer dann, wenn ich Hunde sehe, die nicht artgerecht gehalten, unerzogen oder verwahrlost sind. Das bleibt in einer großen Stadt wie Berlin nicht aus.
Oftmals sind diese Zustände Ausdruck von Unwissenheit. Viele Menschen glauben, dass Hunde wunderbare Familienmitglieder sind. So weit, so richtig.

Nur wird dabei oft vergessen, dass es sich am Ende des Tages immer noch um Hunde handelt. Und dieser Tatsache sollte man Rechnung tragen. Hunde passen sich wunderbar an, aber sie sind Tiere, mit eigenen Bedürfnissen, einer eigenen Sprache und eigenen Ansprüchen.
Jeder, der sich einen Hund ins Haus holt und diesen behandelt wie ein Kind, wie einen Partner, wie einen Freund, wie einen Psychiater, der tut dem Hund Unrecht und erlegt ihm Aufgaben auf, die der Hund nicht lösen kann. Auf Dauer wird das Verhältnis für beide Seiten unbefriedigend und im schlimmsten Fall für den Hund im Tierheim enden.

Darüber kann man sich aufregen. Darüber kann man wettern. Darüber kann man verzweifeln. Oder man kann etwas dagegen tun. Ich habe mich für die letzte Möglichkeit entschieden und mit berlinmithund ein Programm für den Hauptstadthund ins Leben gerufen, das Hund und Herr (oder Frau) etwas zu bieten hat, für jeden Geschmack.

Für diejenigen, die Wert auf Facts and Figures legen, anbei einige Referenzen von mir und meinem Hund. Was aber kein Zeugnis der Welt belegen kann, ist der Riesenspaß, der mir berlinmithund macht. Und das ist die wichtigste Zutat, für ein gelungenes Rundum-Spaß-Paket für Zwei- und Vierbeiner.